Rückblick Eurythmieabschluss 2017

Berichte Schule

„Herzlich Willkommen zum Eurythmie-Abschluß der 12.Klasse“ hieß es am Mittwoch, 5. April 2017 im Festsaal unserer Schule für uns hier schreibende Mütter, allen Verwandten und Interessierten um 20 Uhr. Die Prüfungen fanden am Vormittag vor der gesamten Schulgemeinschaft statt.

Ein „WoW-Day“ sozusagen: was für ein Vormittag, was für ein Abend, ein letzter Schultag vor den Osterferien - TOLL!!

Danke jedem dieser Rendsburger Schülerinnen und Schüler - und was für eine Klassengemeinschaft, die uns so mitgerissen, fasziniert hat, dass wir darüber berichten möchten:

Es erwarteten die Gäste u.a. Goethe, Hesse, Rilke, Möricke und Edgar Allen Poe, sowie musikalische Stücke von Mozart, Einaudi und von den Schülerinnen und Schüler selbst künstlerisch Ausgestaltetes.

Der Eurythmie-Abschluss nimmt eine besondere Stellung in der 12. Klasse für uns ALLE ein, denn dieser bringt DAS ENDE der Waldorfschulzeit zum Ausdruck! 12 Jahre geht diese, nebenbei werden die staatlichen Schulabschlüsse auch absolviert und vor den Sommerferien werden die Schülerinnen und Schüler mit einem Theaterstück endgültig verabschiedet.

Da Eurythmie nur an Waldorfschulen zu finden und ein Teil der Waldorfpädagogik ist, scheint es für Aussenstehende oder neue Mitglieder an unserer Schule erst einmal ungewohnt. Die Eurythmie kann verstanden werden als eine durch Laute und Gebärden zum Ausdruck gebrachte sichtbar gemachte Sprache. Durch Hervorheben einzelner Buchstaben (Vokale, Konsonanten), und durch rhythmisches Sprechen soll die spezifische Stimmung unterstrichen werden, welche dann in den äußeren Bewegungen zum Ausdruck kommt.

Rezitation und Musik sind die Grundlagen der Eurythmie, sie werden laut- und toneurythmisch dargestellt. Bizzares, Groteskes, Humorvolles, Liebliches kann auf der Bühne leben und man hat hier ein breites, künstlerisches Arbeitsfeld. Dies ist dieser Klassengemeinschaft sehr gut gelungen, wir hatten Tränen in den Augen vor Rührung, soviel Zärtlichkeit auch von den männlichen, erwachsenen Kammeraden und kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus, weil noch ein Stück und noch ein Stück, dann auch noch Eins in Eigeninitiative präsentiert wurde - wow:

  • Eine 10er-Gruppe formte das Lied "Nuvolle Bianche" (Die weiße Wolke) von Einaudi selbst künstlerisch harmonisch in den Bewegungen mit unterschiedlichen Laufformen aus. Mit dem Bewusstsein der eigenen Bewegung und auch der des Kameraden in Rücksicht aufeinander! Welches durch den Klassenkamerad Paul am Klavier nach dem Original täuschend echt begleitet wurde - sehr beeindruckend!

  • Auch der "Phantasietanz" von Robert Schumann wurde sehr, sehr schön dargestellt von der 6er-Mädel-Gruppe Marie, Milena-Maria, Esther, Henrika, Charlotte und Katharina.

  • „Der Panther von Rainer Maria Rilke dargeboten von Katharina: anschaulich geschmeidig bewegte sie sich eurythmisch über die Bühne mit ihrer Kameradin Milena-Maria;

  • Zwischendurch wurden Solos dargeboten: Lukas mit seinem selbst geschriebenem Gedicht "Grotesk" zum Nachdenken anregend;

  • "Ein Ritter" das satirische Gedicht von Bodo Wartke: Lanzelot duellierte sich mit normalen Schwert mit einem kleinen Ritter mit langem Schwert und dieser brachte Lanzelot zur Strecke. Rezetativ detailliert lauteurythmisch dargestellt die einzelnen Stufen des Kampfes bis zu dem Dahinscheiden des Ritters Lanzelot gezeigt von Rasmus;

  • „Er ist's“ von Eduard Möricke zeigte uns Julius, „Im Nebel“ (Herrmann Hesse) dargestellt von Ole im echten Nebel, Lars stellte die „Nähe des Geliebten“ von J.v.W. Goethe vor und Torben zeigte uns „Kardiogrammatik“ von Nora Gommringer;

  • Gedichte deren Tiefe und Sinnhaftigkeit uns vor Augen geführt und auf die Bühne gebracht wurden von dem Duo Tassilo und Christian, die uns szenisch zeigten, wie man verzweifelt in gefangenen Gedanken sein kann und vor lauter offenen Türen immer nur das geschlossene Fenster sieht;

  • Stücke der Moderne wie „I'm gonna be“ (The Proclaimers), welches Herr Burianèk als Klavierstück umschrieb und Esther, Henrika und Charlotte performt haben; „Die Tomate“ mit der Figur Homer Simpson´durch Jonas und Hazel inszeniert; sowie ein Thema aus der „Forrest Gump – Suite“ von der Cathrin Grimm-Gruppe dargeboten wurde;

  • Träumen konnten wir bei Jana-Maria, die uns mit passenden toneurythmischen Bewegungen und perfekt dabei von Christian Gayed am Klavier begleitet wurde im Stück „Für Alina“ von Arvo Pärt;

  • Auch der Humor kam nicht zu kurz: zum Beispiel erheiterten uns sehr Lasse und Fiete als verschlafenen Büroangestellten und performten die Minuten vom Feststellen der Uhrzeit und die folgenden Taten im Schock nach der Handy-Suche bis zum Anrufen des Chefs zum Bescheid geben, um sich schließlich doch nur an einem „verhexten Sonntagmorgen“ wieder zu finden!

  • Zum guten Schluss führten Marie und Lucie ganz toll eine Anekdote „Das verrrückte Moped“ auf plattdütsch von Jürgen Greve vor.

Es war ein gelungener Abschlusstag durch die sehr guten Vorbereitungen der Eurythmie-Lehrerinnen Cathrin Grimm und Barbara Wagner mit dem (Musiklehrer) Herr Wolf für die stets perfekte Beleuchtung der Bühne UND last-but-not-least der musikalischen Untermalungen am Klavier durch Herrn Gayed und Herrn Burianèk.